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Was ist Bildungsökonomik?

Anders als vielleicht zunächst vermutet, beschäftigt sich die Bildungsökonomik (oder Bildungsökonomie) nicht primär mit den monetären Kosten von Bildung. Vielmehr steht im Mittelpunkt die Frage, wie sich Bildung, Bildungsprozesse und Bildungspolitik auf das Individuum (Mikroebene) und die Gesellschaft (Makroebene) auswirken.

So wird beispielsweise auf der Mikroebene untersucht wie sich bestimmte Entscheidungen, die auch als Investitionsentscheidungen verstanden werden können, auf den individuellen Nutzen und Ertrag von Bildung auswirken. Welche Vorteile bietet beispielsweise der Besuch eines Kindergartens gegenüber dem Nichtbesuch? Welchen Nutzen hat der Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife? Warum sollte ein Studium aufgenommen oder eine Berufsausbildung begonnen werden?

Bezogen auf Bildungsprozesse werden beispielsweise folgende Fragen untersucht: Welchen Vorteil birgt ein dreijähriger Kindergartenbesuch gegenüber einem zweijährigen? Welcher Nutzen entsteht durch den Erwerb eines Master-Abschlusses im Vergleich zu einem Bachelor-Abschluss?

Auch Bildungspolitische Maßnahmen stehen im Mittelpunkt der bildungsökonomischen Forschung. So ist auf der Makroebene beispielsweise von Interesse, zu untersuchen, welche Auswirkungen sich durch zentrale Abschlussprüfungen ergeben? Welcher Einfluss auf Bildungserträge geht vom Bildungsföderalismus aus? Führt die Verkürzung der gymnasialen Zweigs auf acht Schuljahre zu höheren Bildungserträgen? Welche Konsequenzen ergeben sich aus einer vorgezogenen Einschulung? Welche Vorteile birgt die freie Wahl der Schule?

All diese Fragen sind mit individuellen und gesellschaftlichen Kosten-Nutzen-Abwägungen verbunden. Jede Entscheidung wird auf Basis von Präferenzen sowie Nutzen- und Gewinnerwartungen getroffen. Dennoch erfordert jede Entscheidung, unabhängig der Ebene - Mikro oder Makro - auch den Einsatz vieler Ressourcen. Zu untersuchen, ob diese Ressourcen auch gerecht und zielgerichtet eingesetzt werden, ist auch Aufgabe der Bildungsökonomik. Dabei geht es darum, zu untersuchen, wie sich verschiedene Maßnahmen auf unterschiedliche Personengruppen auswirken und ob sich auch Unterschiede im Nutzen feststellen lassen. Das ökonomische Ziel der Bildung liegt also nicht nur darin, den Nutzen und den Gewinn zu maximieren oder den Ressourceneinsatz zu minimieren, sondern auch, die Wirkung und Effizienz von Bildung zu bestimmen.

 

Mit welchen Fragestellungen sich die Personen am WIB beschäftigen, finden Sie unter Schwerpunkte und Projekte.